703: 18. Jahrhundert, 3 cr.
Adler, TR 1-2:15
Das 18. Jahrhundert ist grundlegend für weite Bereiche moderner Kultur insgesamt. Literatur, Kultur und Geschichte des 18. Jahrhunders im deutschsprachigen Raum und in Europa sind Gegenstand dieser Vorlesung. Wir werden uns mit Materialien des 18. Jahrhunderts analytisch und kritisch auseinandersetzen. Einen Schwerpunkt werden wir dabei auf kontextuelle und diskursive Vernetzungen legen, das heißt, wir werden uns nicht nur isolierte Texte oder Bilder ansehen, sondern sie in ihren Zusammenhang mit jener und unserer Zeit stellen, wodurch ihre Bedeutung überhaupt erst klar wird. Und wir werden den (keineswegs beliebigen) Zusammenhang zwischen Literatur, Philosophie, Geschichtsschreibung, Malerei, Theologie, Journalismus, Erkenntnistheorie, Bildungsgeschichte, Alltagsgeschichte und anderen Diskursen herausarbeiten, um uns ein Bild zu machen von der Konstitution von Kultur und ihrer Wirkungsweise in einem begrenzten Zeit/Raum. Den Ausgangspunkt werden wir von traditionellen Vorstellungen des 18. Jahrhunderts nehmen (Zum Beispiel: ‘Das 18. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Aufklärung. Aufklärung ist Rationalismus.’), um sie dann im Licht neuester Forschung einer kritischen Revision zu unterziehen. Die Teilnehmer an dieser Vorlesung sollen am Ende des Semesters einen Überblick über das 18. Jahrhundert haben und mit zentralen Texten/Werken sowie mit den wichtigsten Forschungsansätzen und Forschungsproblemen vertraut sein. Diskutiert und vorgestellt werden Texte, Autoren, Epochenbegriffe, Gattungstheorien, Diskursvernetzungen und der Stand der Forschung zum 18. Jahrhundert. Die Frage, warum es wichtig und sinnvoll ist, sich mit dem 18. Jahrhundert zu beschäftigen, wird die Vorlesung permanent begleiten. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer schreiben zum Abschluß eine Klausur. Die Vorlesung wird in deutscher Sprache gehalten

